[KIOSK] Annahmestelle für Dinge mit Geschichte oder Krempel mit Vergangenheit
Ein Kiosk ist mehr als ein Ort zum Einkaufen. Viele kennen ihn aus der Kindheit – als Bude auf dem Schulweg, als Ecke im Park, als Ort flüchtiger Begegnungen und kleiner Überraschungen. Hier wird innegehalten, geplauscht, gehandelt. Der Kiosk steht seit seinem persischen Ursprung für eines: Austausch. Ausgetauscht wird dabei nicht nur Ware gegen Geld, sondern auch Rat gegen Sorgen, Neuigkeiten gegen Allgemeinplätze – oder eben Erinnerung gegen Einschätzung. Dieses Einschätzen, die Fragen nach Bedeutung und Wert, stehen am [Kiosk] im Mittelpunkt.
Als partizipatives Kunstprojekt kommt der [Kiosk] in Mannheim erstmals zur Eröffnung des Community Art Center zum Einsatz und fragt: Was ist dir dein Ding noch wert? Hat dein Krempel Geschichte? Denn bis in den Herbst 2026 widmet sich das CAC künstlerischen und sozialen Strategien rund um das Thema Müll. Als performative Installation im öffentlichen Raum der Nachbarschaft wird der [Kiosk] zur Annahmestelle für Dinge mit Geschichte und Krempel mit Vergangenheit. Zu einem Ort, an dem der Wert von Gegenständen nicht feststeht, sondern im Gespräch erst festgestellt wird. Denn Müll zu sein ist nicht das Ende eines Objekts. Was heute auf dem Sperrmüll steht, kann morgen Ausstellungsstück sein. Vor allem, wenn es Geschichte hat.
Mitmachen!
Kommt vorbei und werdet vom Team des Community Art Center empfangen. Euer “Müll” landet in der Annahmestelle. Am Kiosk beginnt ein kurzes, offenes Gespräch: Wo kommt dieses Ding her? Was hat es einmal bedeutet? Und was könnte es noch werden? Das Erzählen wird zum Akt des Loslassens. Und das Loslassen wird zum Anfang von etwas. Die dokumentierten Geschichten – auf Kärtchen, in kurzen Notizen, in Skizzen – werden Teil einer wachsenden Sammlung des CAC.
Ein Projekt von [Kiosk] in Kooperation mit dem Community Art Center Mannheim.
Konzept und Idee: Kim Brian Dudek , Entwurf und Gestaltung [Kiosk]: Eva Hauer , Bau: Arno Kilian und Immanuel Ries
Fotos: Max Méndez