Jane Addams und das Hull House – Was Müll mit Community-Building zu tun haben kann
Donnerstag, 25. Juni 2026 ab 18 Uhr
Vortrag und Diskussion von und mit Prof. Dr. Karen Wagels über die Grande Dame der Community Work
Zum Auftakt unserer Reihe rund um das Thema Müll und Abfall begrüßen wir am Donnerstag, den 25. Juni 2026 ab 18 Uhr, Prof. Dr. Karen Wagels im CAC.
Karen stellt die Arbeit der Sozialreformerin und Friedensnobelpreisträgerin Jane Addams sowie das 1889 gegründete Hull House in Chicago vor – ein Projekt, das als Vorläufer heutiger soziokultureller und Community-Art-Praxen gilt.
Das Hull House war weit mehr als ein soziales Mildtätigkeitsprojekt: In enger Kooperation mit den Nachbar*innen entstanden dort Bildungsangebote, Kulturaktivitäten und politische Interventionen. Forschung und Engagement gingen dabei Hand in Hand.
Eine zentrale Rolle spielte dabei der Umgang mit Müll und städtischer Hygiene. Die prekären Bedingungen in den Arbeiter*innenvierteln machten deutlich, dass Abfall und Gesundheit immer auch Fragen sozialer Gerechtigkeit sind. Die Akteur*innen dokumentierten die Missstände über Jahre und verbanden wissenschaftliche Analyse mit konkreten politischen Forderungen.
Ausgehend von diesen Beobachtungen wird Karen einen Input geben und historische Materialien vorstellen. Im Mittelpunkt stehen die berühmten Hull House Maps and Papers, die Lebensbedingungen und Ungleichheiten im Stadtteil sichtbar machten. Zudem wird die Bedeutung von Kunst für das Community-Building Thema sein.
Der Abend ist kein klassischer Vortrag, sondern als gemeinsamer Denk- und Gesprächsraum gedacht. Nach dem Input freut sich Karen auf eine lebhafte Diskussion mit allen Anwesenden.
Ab 20 Uhr gibt es außerdem etwas Warmes zu essen!
Die Veranstaltung findet als Kooperation des CAC mit der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen statt.
Zur Person:
Prof. Dr. Karen Wagels promovierte in den Kulturwissenschaften an der Universität Marburg und hat seit 2016 die Professur für Psychologie in der Sozialen Arbeit im Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen inne. Karens Forschungsschwerpunkte sind Diskurs, Subjektivität und Körper, gender und queer studies sowie critical whiteness- und working class-Ansätze in der Sozialen Arbeit.
Zuletzt erschienen von Karen zwei Aufsätze zu Jane Addams:
Wagels, Karen (2025): Praxisforschung, Pragmatismus und Verletzlichkeit. Eine subjekttheoretische Spurensuche bei Jane Addams. In: Ehlert, Gudrun / Liebsch, Katharina / Neuber, Anke (Hg.), Perspektivwechsel: das Hinterfragen des Selbstverständlichen. Wiesbaden: Springer VS, 271-282.
Wagels, Karen (2025): (Queere) Subjektivität, Parteilichkeit und Privilegien im Settlement – eine intersektionale Perspektive auf professionelles Engagement. In: Dimbath, Oliver / Hoffmann, Nicole (Hg.): Crossing lines… – Interdisziplinäre und feldübergreifende Grenzgänge am Beispiel von Jane Addams. Weinheim: Beltz Juventa, 70-89.